Baddesign - was ist das?

Mit Worten ist das kaum zu beschreiben. Man muß Design sehen, auf sich einwirken lassen und erleben. Design ist keineswegs eine einheitliche, sozusagen zeitgenössische Stilrichtung.

Speziell beim Baddesign lassen sich aber vier Haupt­richtungen feststellen. Da ist einmal das minimalistische oder puristische Bad. Die Einrichtung beschränkt sich auf das absolut Notwendige. Die Linienführung ist meist gerade, sozusagen gradlinig. Der Minimalismus kommt ohne Schnörkel und Verzierungen daher. Der Raum wird nicht zugestellt, es bleibt Platz für Licht und Bewegung (Foto: Sealskin). Es herrschen helle Farben vor - wenn überhaupt. Denn Weiß ist die bevorzugte Farbe für Fliesen und Badkeramik, wobei farbliche Akzente durchaus gesetzt werden - etwa bei Wandablagen. Asiatisch, speziell japanisch anmutende Badinszenierungen sind sozusagen die fernöstliche Spielart des minimalistischen Bads und diese Spielart ist absolut "in".

Verspieltheit
Foto: Düker

Während puristische Bäder kühl wirken, also nicht auf den Geschmack der Mehrzahl der Bauherren stoßen, geraten die Herzen vor allem des schönen Geschlechts schneller ins Schlagen, wenn es um romantische oder nostalgische Bäder geht. Was im Minimalismus absolut verpönt ist, bildet in diesem Fall jedoch den Reiz der ganzen Sache. Mit "Verspieltheit" wäre diese Stilrichtung gut beschrieben: Die Wanne mit ihren geschnörkelten Füßen ist den Modellen von 1890 nachempfunden (Foto: Düker), Holz herrscht vor beim Mobiliar und sogar beim Bodenbelag. An den Wänden hängen Spiegel mit Barockrahmen oder sogar romantische Bilder. Römischen Vorbildern nachempfundene Putten, die dem Badenden zuschauen, können auch anzutreffen sein. Das romantisch-nostalgische Bad gerät schnell in die Kitschecke, wenn sich Personen, die nicht stilsicher sind, an die Badplanung machen. Heraus kommen dann überladene Bäder in einem Mischmasch zwischen "Gelsenkirchener Barock" und Zuckerbäckerstil. Gerade wer ein romantisches Bad haben will, tut also gut daran, eine/n Innenarchitektin/ten zu Rate zu ziehen.

Die dritte Stilrichtung ist schwer zu beschreiben - man könnte von einem "Villenstil" sprechen, wenn es diesen denn geben würde. Gemeint ist jedenfalls, dass solche Badeinrichtungen größerer Räume bedürfen, wie man sie in Landhäusern und Villen vorfindet. In den Luxus-Suiten der Grandhotels trifft man diesen Stil genauso an, wie in den Villen derjenigen, die in solchen Häusern wohnen. Die Einrichtung dieser Bäder ist klassizistisch angehaucht (Foto: Kohler/USA), die Badezimmer sind nicht zugestellt, denn dann würde auch hier die Stilrichtung verloren gehen. Und aus einem hochherrschaftlichen Bad würde eine wuchtig-pompöse, fast protzige Inszenierung. Gerade auch die Einrichtung eines solches Bades bedarf des Geschicks einer/es Innenarchitektin/ten.

Modern, zeitlos schön
Foto: Villeroy & Boch

Was aber ist denn nun die vierte Stilrichtung? Ist es der Retro-Look, also das Wiederaufleben des Einrichtungsstils der 50- er und 60-er Jahre? Nein - es geht nicht um einen einheitlich ausgeprägten Stil, sondern "nur" um das, was unter "modern" verstanden wird. Dieser moderne Stil ist nicht exakt zu umreißen. Was heute "in" ist, ist morgen "out". An bunten Badmöbeln und Fliesen kann man sich ebenso schnell leid sehen, wie an hölzernen Badebottichen oder Waschtischen aus dunklem Naturstein oder Marmor. Dennoch kann ein modernes Bad zeitlos schön gestaltet werden (Foto: Villeroy & Boch), wenn die gestalterische Hand einer/es Innenarchitektin/ten zum Einsatz gekommen ist. Die Badplanungsprogramme, die fast alle Hersteller von Badeinrichtungsgegenständen den Installateuren und Großhändlern an die Hand geben sind insofern nur ein Hilfsmittel, aber keine Endlösung, weil sie auf standartisierten Systemen beruhen. Und oft steht auch (verständlicherweise) im Mittelpunkt aller automatisierten Gestaltungsvorschläge der Wunsch, dass der Kunde möglichst viel der einprogrammierten Einrichtungsgegenstände kaufen möge.

Natürlich kostet es Geld, wenn man eine/en Innenarchitektin/ten hinzuzieht. Und natürlich sind nach oben keine Grenzen gesetzt. Wer ein Marmorbad mit vergoldeten Armaturen haben will, soll es bekommen. Aber auch der ganz normale Bauherr tut gut daran, echte Gestalter an sein Bad zu lassen. Denn es dauert 12 bis 15 Jahre, ehe man sich ein neues Bad einrichtet. Und in diesen langen Jahren will man sich doch nicht täglich darüber ärgern, dass bei der Planung und Gestaltung Fehler gemacht worden sind - oder?

Hinweise und Einkaufstipps
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Die Fotos in der Kopfleiste dieses Portals wurden uns freundlicherweise von Torsten Müller, Baddesign aus Bad Honnef, zur Verfügung gestellt.

 

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